Brandrauch – eine unterschätzte Gefahr auf leisen Sohlen


Welche Gefahren birgt Brandrauch und wie kann man sich wirksam davor schützen?
19
Nov
2018

Was macht Brandrauch so gefährlich?

Jeder weiß, dass Brände lebensgefährlich sind und in vielen Fällen zu schweren Verletzungen führen. Die größte Gefahr, die von einem Brand ausgeht, wird jedoch von den meisten Personen unterschätzt – nämlich der dabei entstehende Brandrauch. Bereits geringe Mengen können zu einer Rauchgas- bzw. Kohlenmonoxidvergiftung führen. Dies verändert das Bewusstsein und führt zur Bewusstlosigkeit und hat im schlimmsten Fall sogar den Tod zur Folge.

Besonders in der Nacht kann Brandrauch tödlich sein. Denn: Im Schlaf funktioniert der menschliche Geruchsinn nicht und ein sich ausbreitender Rauch wird dadurch nicht wahrgenommen. Ebenso gefährlich bei einem Brand ist die durch den Rauch entstehende Sichtbehinderung. Dabei nimmt Rauch den Betroffenen nicht nur die Sicht, sondern zusätzlich auch den Atem. Diese Faktoren lösen bei vielen Personen häufig eine Panikreaktion aus, die in weiterer Folge zu Fehlhandlungen, wie die Flucht über verrauchte Stiegenhäuser oder der Sprung aus dem Fenster, führt. Daher gilt: Überlegtes, schnelles aber ruhiges Handeln kann im Brandfall Leben retten.

Kohlenmonoxid: Der unsichtbare Angreifer aus dem Hinterhalt

Was den Brandrauch so gefährlich macht, ist vor allem das enthaltene Kohlenmonoxid. Da dieser Bestandteil farb-, geruch- und geschmacklos ist, wird er von Betroffenen oft erst zu spät wahrgenommen. So kann es z. B. sein, dass sich das Kohlenmonoxid unbemerkt über Deckenöffnungen, Kabel- und Rohrleitungen oder auch durch den Türspalt in der Wohnung ausbreitet. Gelangt Kohlenmonoxid erst über die Lunge in den Blutkreislauf, wird die Sauerstoffzufuhr im Blut verhindert und führt im schlimmsten Fall sogar zum Erstickungstot.

Freihaltung von Fluchtwegen rettet Menschenleben!

Im Brandfall zählt jede Sekunde. Tritt tatsächlich ein Brand auf, muss man sich so schnell als möglich in Sicherheit bringen und vor den gefährlichen Rauchgasen flüchten. Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn Gänge oder Hausflure nicht durch herumstehende Gegenstände – wie Fahrräder, Möbelstücke oder Kinderwägen – versperrt werden und sich Fluchttüren zuverlässig öffnen lassen.

In mehrgeschoßigen Wohnbauten zählen vor allem Treppenhäuser zu wichtigen Fluchtwegen. Deshalb muss gewährleistet werden, dass diese frei von jeglichen Gegenständen sind und im Falle eines Brandes als Fluchtmöglichkeit genutzt werden können.

Tipps für sicheren Schutz vor Brandrauch

Generell gilt, dass verrauchte Räume bzw. Bereiche umgehend verlassen werden müssen. Außerdem sollten, bei einem Versuch andere Menschen zu suchen oder zu retten, verrauchte Räume keinesfalls ohne Atemschutz betreten werden – eine solche Handlung kann im schlimmsten Fall tödlich enden. Sind Flucht- bzw. Rettungswege bereits verqualmt, sollte auf die Benützung dieser verzichtet und stattdessen am Fenster oder am Balkon auf sich aufmerksam gemacht werden. Ein Löschversuch sollte nur dann unternommen werden, wenn eine klare Beurteilung der Situation möglich ist und kein Risiko besteht. Hat man sich erst einmal in Sicherheit gebracht, sollte man, um auf Nummer sicher zu gehen, auch dann einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen, wenn man nur kurzzeitig dem Brandrauch ausgesetzt war.

Was tun bei einem Brand in der Wohnung?
  1. Sofern dies möglich ist, sollte der Brand mithilfe eines tragbaren Feuerlöschers bekämpft bzw. gelöscht werden. Dies gilt vor allem für Entstehungsbrände.
  2. Bringen Sie sich selbst sowie andere in der Wohnung befindliche Personen unbedingt in Sicherheit.
  3. Verlassen Sie über einen sicheren Fluchtweg die Wohnung und schließen Sie unbedingt die Türe hinter sich.
  4. Alarmieren Sie die Feuerwehr (122) und informieren Sie beim Verlassen des Gebäudes auch andere Bewohner.
Wie verhalte ich mich, wenn eine andere Wohnung brennt und das Stiegenhaus verraucht ist?
  1. Bleiben Sie unbedingt in Ihrer Wohnung!
  2. Dichten Sie nach Möglichkeit den Türspalt z. B. mit feuchten Tüchern oder einem breiten Klebeband ab, um eine Rauchverschleppung zu vermeiden.
  3. Weitere Türen zum aktuellen Aufenthaltsraum sollten geschlossen werden.
  4. Alarmieren Sie die Feuerwehr (122).
  5. Machen Sie sich am Fenster bemerkbar und warten Sie auf die Feuerwehr.
  6. In keinem Fall sollte ein Sprung aus dem Fenster gewagt werden – dies kann zu schwerwiegenderen Verletzungen führen.
 

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