Feurige Umstände: Brand- und Verletzungsgefahren beim Grillen


Warum Grillen nicht nur schmackhaft, sondern auch gefährlich sein kann und wie ein brandfreies Grillerlebnis garantiert wird.
16
Aug
2018

Grillen als unterschätztes Risiko

Was als fröhliche Grillfeier im Kreise von Familie und Freunden beginnt, kann aufgrund kleiner Unachtsamkeiten schnell mit einem Besuch im Krankenhaus enden. Denn: Beim sommerlichen Vergnügen vergessen viele gerne, dass das Hantieren mit offenem Feuer eine erhöhte Brand- und Verletzungsgefahr birgt. Fehlendes Wissen, Leichtsinn sowie eine ungeeignete Grillausrüstung spielen bei der Entstehung von unkontrollierbaren Bränden und die in diesem Zusammenhang möglichen Verletzungen eine wesentliche Rolle.

Nicht außer Acht zu lassen sind auch herumliegende Gegenstände, wie zum Beispiel Grillkohlepackungen oder Gartenmöbel, die in der Hektik und in Momenten der Unachtsamkeit zu gefährlichen Stolperfallen mutieren. Diese können im schlimmsten Fall sogar dazu führen, dass man unbeabsichtigt mit dem Grillfeuer in Kontakt gerät. Hier gilt: Bereits durch einfache Vorsichtsmaßnahmen kann ein maßgeblicher Beitrag zur Sicherheit aller Gäste geleistet werden.

Explosionsgefahr: Flüssiger Brandbeschleuniger

Soll das Anzünden der Grillkohle besonders schnell gehen, folgt oft der Griff zu Spiritusflaschen, Benzinkanister und Co. Dass die gefährlichsten Situationen beim Grillen jedoch meist durch die Verwendung von flüssigen Brandbeschleunigern entstehen, ist vielen nicht bewusst.

Gefährlich sind hierbei die sogenannten Rückzündungen, die beim Nachschütten brennbarer Flüssigkeiten auf die Grillkohle auftreten können. Diese können zu Stichflammen führen, welche sich blitzschnell ausbreiten und dabei auch die Dämpfe des in der Flasche verbleibenden Brandbeschleunigers entzünden.

Aus diesem Grund sollen für das Anzünden der Grillkohle ausschließlich Sicherheitsbrennpasten oder feste Anzündhilfen, wie Anzündriegel oder Trockenspiritus verwendet werden.

Tipps für eine brand- und unfallfreie Grillsaison

Damit es bei Ihrem nächsten Grillfest zu keinen gefährlichen Zwischenfällen kommt und Sie das Grillerlebnis in vollen Zügen und vor allem ohne Verletzungen genießen können, sollten nachstehende Tipps unbedingt beherzigt werden:

Allgemeine Tipps:

  • Der Griller selbst muss stabil und standsicher aufgestellt werden und darf nach dem Anzünden keinesfalls mehr bewegt werden.
  • Halten Sie ausreichend Abstand zu brennbaren Materialien, wie Fassaden, Holzzäune, Gartenmöbel, und nehmen Sie den Griller stets im Freien und niemals in geschlossenen Räumen in Betrieb. Sollte ein Griller unter einer Überdachung angeheizt werden, muss der Abstand zur Überdachung groß genug sein, sodass diese bei einem Funkenflug nicht in Brand geraten kann.
  • Lassen Sie eine Feuerstelle niemals unbeaufsichtigt! Vor allem für Kinder stellt das Feuer einen magischen und damit sehr gefährlichen Anziehungspunkt dar.
  • Um im Notfall rasch reagieren zu können, halten Sie stets einen geeigneten Handfeuerlöscher oder einen Kübel Wasser sowie eine Löschdecke bereit.
  • Bei Brandverletzungen ist es wichtig, die betroffene Person umgehend aus dem Gefahrenbereich zu bringen und die Wunde mit handwarmem, fließendem Wasser für maximal zehn bis 15 Minuten zu kühlen. Danach sollte die Verbrennung unbedingt mit einer keimfreien Wundauflage bedeckt werden, um Infektionen zu vermeiden. Bei Kreislaufbeschwerden, großflächigen oder besonders tiefen Verbrennungen sollte umgehend der Notruf verständigt werden!

Tipps für Holzkohle-Grillmeister:

  • Für das Anzünden empfehlen sich Grillanzünder aus festen Stoffen. Dazu zählen Trockenspiritus, Anzündriegel oder Zündwürfel. Absolut verzichtet werden sollte auf brennbare Flüssigkeiten wie Spiritus und Benzin.
  • Um Funkenflug und herumfliegende Asche zu vermeiden, sollte ein möglichst windgeschützter Platz gewählt werden.
  • Nach dem Grillen muss die Restglut unbedingt gänzlich unter Wasser gesetzt bzw. geflutet werden, da sich auch bis zu 72 Stunden nach dem Grillereignis noch Glutreste im Griller befinden können.

Tipps für Gas-Grillmeister:

  • Für ein gefahrloses Grillen mit Gas kontrollieren Sie den Gasschlauch nach jeder Saison auf Risse und Sprödigkeit. Da Flüssiggas schwerer als Luft ist, sollten Gasflaschen zudem stets in gut belüfteten Räumen und niemals unter Erdniveau, wie z.B. in Kellern, gelagert werden.
  • Verwenden Sie Gasflaschen nur in aufrechter Position und zünden Sie den Gasgriller stets mit geöffnetem Deckel an. Bei aufkommendem Gasgeruch muss das Grillgerät sofort abgestellt werden.

Mit diesen Tipps wünschen wir Ihnen eine unfallfreie und vor allem brandfreie Grillsaison!

 

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