Brandschutz in Schulen: Brandrisiken und Brandverhütung


Welche vorbeugenden Brandschutzmaßnahmen ergriffen werden können und was im Ernstfall zu tun ist.
16
Jan
2020

Brandrisiko an Schulen – für den Ernstfall vorsorgen

Bildungseinrichtungen sind, ähnlich wie private Haushalte, nicht vor Brandgefahren gefeit. Zum Glück kommt es relativ selten zu größeren Bränden an Schulen, denn die Folgen für das Lehrpersonal, die Kinder und Jugendlichen, die sich in Schulen auf engstem Raum befinden, können im Ernstfall verheerend sein.  Dass ein erhöhtes Brandrisiko an Schulen herrscht, ist vor allem auf die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten der Schulräumlichkeiten (z. B. Klassenräume, Werkstätten, Physik- und Chemiesäle, Küchen etc.) zurückzuführen. Doch auch das teils unvorhersehbare Verhalten der Schüler fordert die Aufmerksamkeit und Aufsichtspflicht des Lehrpersonals. Denn Kinder und Jugendliche sind meist risikobereiter als Erwachsene und es fehlt an der Fähigkeit, Gefahren richtig einzuschätzen. Aus diesen Gründen ist es besonders wichtig, dass Brandschutzmaßnahmen ergriffen werden und sowohl der bauliche als auch der organisatorische Brandschutz an Schulen optimal ineinandergreifen.

Bauliche und organisatorische Brandschutzmaßnahmen in Schulen

Bauliche und organisatorische Brandschutzmaßnahmen gewährleisten einen sicheren Schulbetrieb, weshalb spezielle Richtlinien und Verordnungen zu beachten sind. Wesentlich – vor allem beim Neubau von Schulen – sind die OIB-Richtlinie 2 sowie die TRVB-Richtlinie 131/91 (N) – Schulen, Betriebsbrandschutz-Organisation. Weitere Informationen finden sich außerdem in der TRVB-Richtlinie 130/77 (N) – Schulen, Bauliche Maßnahmen. Diese ist zwar nicht mehr gültig, kann aber weiterhin für Informationszwecke genutzt werden, um sich grundsätzlich über die Mindestanforderungen des vorbeugenden Brandschutzes zu informieren.

Wesentlich für Schulen sind vor allem die Fluchtwegplanung und -kennzeichnung, die vorschriftsmäßige Unterteilung des Gebäudes in verschiedene Brandabschnitte, die Installation, Inbetriebnahme und Instandhaltung von Brandschutzanlagen, der Einbau von Brandschutztüren, die Ernennung von Brandschutzbeauftragten, präventive Räumungsübungen etc. Details zu den konkreten Vorgaben finden sich in den entsprechenden Richtlinien und Verordnungen, die Sie bei Bedarf gleich online bestellen können.

Brandschutzbeauftragte sorgen für Sicherheit an Schulen

Gut geschultes Personal trägt maßgeblich zur Sicherheit an Schulen bei. In jeder Schule sind daher ein Brandschutzbeauftragter und dessen Stellvertreter zu ernennen, welche entsprechend im Bereich des Brandschutzes ausgebildet werden. Zu deren Aufgaben zählen beispielsweise die Erstellung der Brandschutzordnung, die Regelung des Verhaltens im Brandfall sowie die regelmäßige Überprüfung des Brandalarmplanes.

Darüber hinaus ist eine regelmäßige Unterweisung des Lehrpersonals wichtig. Denn vor allem Kinder sind im Brandfall auf die Hilfe der Erwachsenen angewiesen und können nur dann richtig reagieren, wenn sie entsprechend geleitet werden. Der Brandschutzbeauftragte in Schulen sollte daher einmal jährlich das Lehr- und weitere Schulpersonal über die allgemeine Brandverhütung, Verhalten im Brandfall, Funktionen der technischen Brandschutzeinrichtungen, Bedeutung der Alarmzeichen sowie den Verlauf von Fluchtwegen informieren.

Hinweis: Die KFV – Prüf- und Kontrollstelle bietet als anerkanntes Ausbildungsinstitut gemäß TRVB 117/18 (0) die entsprechende Ausbildung für Brandschutzbeauftragte in Schulen. Lesen/ Erfahren Sie mehr über die Aus- und Weiterbildung für Brandschutzbeauftragte.

Tipps zur Vermeidung von Schulbränden

Abgesehen von den baulichen und organisatorischen Maßnahmen können ein generelles umsichtiges Verhalten und ein guter Ordnungszustand Brandrisiken im Schulalltag reduzieren. Dazu können alle Beteiligten beitragen. Wichtig ist, dass leicht entflammbaren Materialien nicht für jeden zugänglich gelagert werden. Auch Zündquellen sollten vermieden bzw. sicher verwahrt werden – dazu zählen vor allem wärmeproduzierende Geräte, wie Bügeleisen, Lötkolben oder Heißklebepistolen. Fluchtwege und Rettungswege sollten stets frei von Sitzecken, Pflanzen und Stellwänden gehalten werden und Wege und Flächen im Raum sollten von Zeit zu Zeit entrümpelt werden.

Regelmäßige Räumungsübungen für mehr Sicherheit + Tipps für das Verhalten im Brandfall

Eine regelmäßige Räumungsübung an Schulen bringt Routine in Abläufe und reduziert im Brandfall Stress für Kinder und Erwachsene. Außerdem helfen die dabei gewonnen Erkenntnisse die Abläufe zu optimieren und damit die Sicherheit aller Anwesenden zu optimieren. Folgende Handlungsanweisungen sollten befolgt werden:

Was tun, wenn es in der Schule brennt?

  • An oberster Stelle steht: Ruhe bewahren und Panik vermeiden!
  • Die Feuerwehr ist umgehend zu alarmieren und es sollte sofort mit der Räumung des Schulgebäudes begonnen werden.
  • Gemeinsam mit der Aufsichtsperson sollen sich Kinder rasch zum nächstgelegenen Notausgang begeben und am vereinbarten Sammelplatz einfinden. Dabei gilt:
    • Schulsachen und sonstige persönliche Gegenstände verbeiben im Gebäude.
    • Die Anweisungen der Aufsichtsperson müssen klar, laut und verständlich Zudem muss die Geschlossenheit der Gruppe stets überprüft werden.
    • Am jeweiligen Sammelplatz ist die Vollständigkeit der Gruppe erneut zu kontrollieren. Der Einsatzleiter muss daraufhin umgehend über vermisste Personen bzw. die Vollständigkeit informiert werden.
  • Ist eine Flucht nicht möglich (z. B. aufgrund Verrauchung), so sollte die Gruppe in einem vor Rauch und Feuer sicheren Raum bleiben (Wichtig: Türen schließen, Fenster öffnen und sich bemerkbar machen bis Hilfe eintrifft).

Haben Sie noch Fragen zum Brandschutz in Schulen? Unser Service Center hilft Ihnen gerne weiter. Kontaktieren Sie uns unter:

 

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