Fahrzeugbrand: Keine Angst vor Explosionen!


Schnelle Hilfe und durchdachtes Handeln retten im Brandfall Leben. Was bei Kfz-Bränden zu tun ist, erfahren Sie hier.
25
Feb
2019

Feuer an Bord! So handeln Sie richtig bei einem Fahrzeugbrand

Der Motor stottert und aus der Motorhaube steigt plötzlich Rauch auf – für die meisten Autofahrer eine Horrorvorstellung. Doch gerade in dieser Situation ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren und keine Panik aufkommen zu lassen: Kaum ein Kfz-Brand mündet im vollständigen Ausbrennen des Autos! Im Regelfall dauert es zehn bis fünfzehn Minuten, bis ein Pkw in Vollbrand steht.

Genügend Zeit also, um etwaigen Flammen, die ins Fahrzeuginnere übergreifen, zu entkommen. Hierfür muss das Auto so schnell wie möglich am Fahrbahnrand abgestellt werden und sich und andere im Fahrzeug befindliche Personen in Sicherheit gebracht werden. Weiters sollten die Einsatzkräfte verständigt und auch erste Löschmaßnahmen eingeleitet werden.

Ursachen für einen Kfz-Brand

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum aus dem Motorraum unerwartet Rauch austritt oder das Fahrzeug plötzlich in Flammen steht. Einer der Ursachen könnte ein vorangegangener Verkehrsunfall sein, bei dem aufgrund beschädigter Leitungen Betriebsmittel wie Treibstoffe und Öle auslaufen und sich entzünden.

Oftmals liegen einem Brand allerdings auch technische Defekte zugrunde, wie zum Beispiel eine fehlerhafte Zündanlage, die zum Durchbrennen des Katalysators führt, eine überhitzte Bremsanlage oder aber auch tierische Gesellen wie Marder. Diese fallen gerne über Gummischläuche von Elektrokabeln her. Liegen diese dadurch blank, kann es aufgrund des Kontaktes mit der Karosserie zu einem Funkenschlag kommen. Besonders gefährlich sind auch nachträgliche Änderungen am Fahrzeug, wie unfachmännisch eingebaute elektrische Zusatzkomponenten. Diese können einen Brand verursachen, wenn ein Kabel abgenützt und somit ein Kurzschluss ausgelöst wird.

Technische Defekte durch regelmäßige Wartung vermeiden

Da technische Defekte häufig auf eine mangelnde Fahrzeugwartung zurückzuführen sind, sind in Österreich regelmäßige Fahrzeugüberprüfungen im Rahmen der § 57a-Begutachtung gesetzlich vorgeschrieben.

Bei regelmäßiger Erneuerung des Gutachtens reduziert sich die Wahrscheinlichkeit eines durch einen technischen Defekt verursachten Kfz-Brandes wesentlich. Jedoch ist es dennoch ratsam, sich vor jeder Fahrt vom verkehrs- und betriebssicheren Zustand seines Fahrzeuges zu überzeugen, da technische Defekte natürlich trotzdem jederzeit auftreten können.

Fahrzeugbrand löschen: Der Autofeuerlöscher als Lebensretter

Schnelle Hilfe in brenzligen Situationen bringt ein im Auto mitgeführter Feuerlöscher. Die Realität zeigt allerdings, dass dieser in den meisten Fahrzeugen fehlt, um einen Entstehungsbrand möglichst frühzeitig zu bekämpfen. Um im Notfall rasch reagieren zu können, sollte also neben den ohnehin verpflichtend mitzuführenden Utensilien, wie Pannendreieck, Warnweste sowie Verbandszeug, stets immer auch ein Feuerlöscher griffbereit im Fahrzeug deponiert werden. Dieser kann im Brandfall ein absoluter Lebensretter sein – aber auch nur dann, wenn dessen Funktionsfähigkeit regelmäßig, d. h. alle zwei Jahre, überprüft wird.

Keine Angst vor Explosionen!

Anstatt im Ernstfall panisch und überstürzt zu reagieren, ist durchdachtes Handeln gefragt. Meist scheitert rasche und richtige Hilfe allerdings schon daran, dass sich dem Brandherd aus Angst vor einer Explosion nicht genähert wird. Schreckensbilder von Auto-Explosionen wie im Film verhindern oft, dass Fahrzeugbrände noch in ihrer Entstehung gelöscht und damit schlimme Schäden verhindert werden. Zu solch explosionsähnlichen Abbränden kommt es jedoch praktisch nur, wenn die Treibstoffleitung undicht wird – also eindeutig Treibstoffgeruch wahrnehmbar ist.

Was tun, wenn das Fahrzeug brennt? Verhaltenstipps für den Notfall.

  • Schalten Sie bei aufkommendem Rauch bzw. bei Brandentwicklung umgehend die Warnblinkanlage ein und stoppen Sie das Fahrzeug am rechten Fahrbahnrand.
  • Schalten Sie die Zündung aus und entriegeln Sie die Motorhaube.
  • Verlassen Sie – nach dem Anziehen der Warnweste – sofort das Fahrzeug und helfen Sie anderen Insassen aus dem Fahrzeug.
  • Öffnen Sie vorsichtig den Motorraum (Achtung: Verbrennungsgefahr!) und bekämpfen Sie das Feuer mit gezielten Stößen aus dem Feuerlöscher. Achten Sie außerdem darauf, nicht direkt in die Flammen zu spritzen, sondern von unten in die Glut.
  • Halten Sie beim Löschversuch genügend Abstand zum Brandherd und löschen Sie stets in Windrichtung und nicht gegen den Wind.
  • Sichern Sie die Unfallstelle ab und verständigen Sie die Einsatzkräfte (Feuerwehr: 122; Rettung: 144). Auch wenn der Brand gelöscht werden konnte, darf das Fahrzeug in keinem Fall mehr eigenständig in Betrieb genommen werden.

Schulungen für das richtige Verhalten im Brandfall

Wie man ein Feuer richtig löscht, lernt man am besten von Experten. Hierfür bietet die KFV Sicherheit-Service GmbH spezielle Schulungen an. Im Rahmen der Ausbildung zum Brandschutzwart erfahren Sie, welche Brandgefahren es gibt und wie Sie sich richtig im Brandfall verhalten. Beim praktischen Löschtraining lernen Sie außerdem den richtigen Umgang mit dem Feuerlöscher. Am Ende der Ausbildung erhalten Sie ein Zeugnis und Ihren Brandschutzpass und können als ausgebildeter Brandschutzwart den Brandschutzbeauftragten in ihrem Betrieb bei dessen Aufgaben unterstützen. Nicht nur ein privater, sondern auch ein beruflicher Mehrwert!

 

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