Brandschutz in Krankenhäusern: Schutz durch Prävention


Fluchtunfähige Patienten und komplexe Gebäudestrukturen erfordern besondere Brandschutzmaßnahmen in Spitälern.
08
Mai
2019

Vorbeugender Brandschutz in Krankenhäusern

Trotz umfassender Sicherheitsmaßnahmen können Brände in Krankenhäusern oder Krankenanstalten leider nicht immer vermieden werden. Dabei machen komplexe Gebäudestrukturen und eine hohe Anzahl an fluchtunfähigen Personen den Einsatz für Rettungskräfte zu einem schwierigen Unterfangen.

Deshalb gilt: Der Brand muss im frühestmöglichen Stadium bekämpft werden, um etwaige verheerende Schäden zu vermeiden. Dafür sind entsprechende Brandschutzmaßnahmen, beispielsweise in Form von speziell ausgebildetem Personal, baulichen Maßnahmen (Unterteilung des Gebäudes in Brand- bzw. Rauchabschnitte) oder der Installation von Brandschutzanlagen zu treffen.

Warum gibt es spezielle Brandschutzmaßnahmen für Krankenhäuser?

Der vorbeugende Brandschutz in Spitälern verfolgt stets das Ziel, dass Patienten bzw. Besucher so lange wie es sicher möglich ist, in den Zimmern verbleiben können. Dies ist darin begründet, dass eine Evakuierung aufgrund der eingeschränkten Bewegungsfähigkeit vieler Patienten nur durch die Hilfe anderer möglich wäre und somit einen überdurchschnittlichen Einsatz von Pflegepersonal bzw. Einsatzkräften zur Folge hätte. Insbesondere gilt dies für die Bereiche der Intensivmedizin und die Operationssäle, wo eine Evakuierung beinahe unmöglich ist.

Ein Verbleib der Patienten und Besucher in den Zimmern ist darüber hinaus auch deshalb zu befürworten, da die Gefahr oft nicht vom Feuer selbst, sondern vom Rauch ausgeht, der sich auf den Gängen sammelt. Aus diesem Grund sind Flucht- und Rettungswege stets vor Raucheintritt zu schützen oder der Rauch durch installierte Brandschutzeinrichtungen (z. B. Rauch- und Wärmeabzugsanlagen) abzuführen.

Brandschutzanlagen-Wartung in Krankenhäusern

Welche Brandschutzanlagen (Brandmeldeanlage, Rauch- und Wärmeabzugsanlage etc.) in einem Krankenhaus zu installieren sind, wird von der Behörde bzw. im jeweiligen Brandschutzkonzept festgelegt. Dabei gilt, dass jede Brandschutzeinrichtung noch vor ihrer ersten Inbetriebnahme von einer akkreditierten Inspektionsstelle im Rahmen einer Abschlussüberprüfung kontrolliert werden muss. Nach Inbetriebnahme sorgen regelmäßige Revisionen dafür, dass die Anlage auch in Zukunft einwandfrei funktioniert und im Brandfall Leben schützt bzw. rettet. Abhängig von der Art der Anlage sind Brandschutzanlagen entweder jährlich oder alle zwei Jahre zu überprüfen.

Abschlussüberprüfungen und Revisionen der Brandschutzanlagen sind von einer akkreditierten Inspektionsstelle durchzuführen.  Die Brandschutzexperten der KFV – Prüf- und Kontrollstelle stehen Ihnen diesbezüglich gerne kompetent und beratend zur Seite. Für Terminvereinbarungen erreichen Sie uns entweder telefonisch unter der Rufnummer 05 77 0 77-8100 oder per E-Mail unter service@kfv.at.

Brandschutzbeauftragte in Krankenhäusern

Zusätzlich zu den baulichen Brandschutzmaßnahmen sorgt in Spitälern auch ausgebildetes Brandschutzpersonal für mehr Sicherheit. Zum Aufgabengebiet eines Brandschutzbeauftragten gehören beispielsweise regelmäßige Eigenkontrollen und das Veranlassen der Revision der installierten Brandschutzanlagen.

Brandschutzbeauftragte in Krankenhäusern sind weiters für die Ausarbeitung unterschiedlicher Ordnungen, wie etwa der Brandschutzordnung, einer bereichsbezogenen Evakuierungsordnung oder Alarmierungsordnung, zuständig. Als Grundlage dafür dient die TRVB-Richtlinie 133/05 (N) „Krankenhäuser und Pflegeheime – Teil 2 – Betriebliche Maßnahmen“.

Termine für entsprechende Weiterbildungen – die von Brandschutzbeauftragten zur Erneuerung des Brandschutzpasses regelmäßig besucht werden müssen – unter dem Menüpunkt Schulungen einsehbar und online buchbar.

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