Rauchentwicklung im Stiegenhaus vermeiden


Stiegenhäuser müssen bei Bränden frei von Rauchgasen gehalten werden. Hier erfahren Sie, welche Komponenten dabei eine kritische Rolle spielen.
24
Jan
2022

Im Brandfall stellt das Stiegenhaus einen der wichtigsten Fluchtwege für Betroffene dar. Es ist also dafür Sorge zu tragen, dass die durch den Brand verursachten Rauchgase effizient ins Freie abgeführt werden. Gewisse Komponenten spielen dabei eine wichtige Rolle. Um eine Rauchentwicklung im Stiegenhaus zu vermeiden, werden gewisse baulichen Maßnahmen für den Rauchabzug durch die Technischen Richtlinien Vorbeugender Brandschutz (TRVB S 111) definiert. Alle darüber hinaus geforderten Maßnahmen sind in der OIB-Richtlinie 2 Brandschutz definiert (einsehbar unter https://www.oib.or.at/de/oib-richtlinien/richtlinien/2019/oib-richtlinie-2).

Schutz vor Rauchentwicklung im Stiegenhaus: Wichtige Komponenten

Rauchabzugsöffnung

Mit einer Mindestgröße von einem Quadratmeter werden die Abzugsflächen am höchsten Punkt des Stiegenhauses positioniert. Eine Zuluftöffnung (z. B. durch eine geöffnete Tür im unteren Bereich) muss gegeben sein.

Öffnungselemente

Bei elektrischen Mechanismen muss die Schneelast miteinkalkuliert werden. Pneumatische Öffnungen werden im Ernstfall mittels CO²-Patrone gezündet.

Steuerleitungen

Diese sind in elektrischer Ausführung mit erhöhtem Funktionserhalt oder pneumatisch ausführbar.

Auslöseelemente

Automatisierte Auslöser (wie Rauchmelder) werden in Verbindung mit Brandmeldeanlagen eingesetzt und von Rauchschutzzentralen gesteuert. Manuelle Auslöseelemente sind unmittelbar beim Gebäudeeingang und in Bereichen mit Zugängen zu Aufenthaltsräumen zu platzieren. Sie sind damit ein wichtiges Mittel der Einsatzkräfte in der Brand- und Rauchbekämpfung.

Wie Rauchabzug-Anlagen geprüft und gewartet werden

Nach Fertigstellung der Anlage wird diese einer Abschlussüberprüfung unterzogen. Geprüft wird die Einhaltung der zugrunde liegenden Richtlinie, die bauliche und gerätetechnische Ausführung, die Funktionsfähigkeit, das Kontrollbuch sowie das Vorhandensein eines Instandhaltungsvertrages.

Rauchabzüge von Stiegenhäusern müssen laut Vorgaben mindestens alle zwei Jahre gewartet werden. Obwohl gemäß TRVB S 111 keine Revision durch eine akkreditierte Inspektionsstelle vorgeschrieben ist, wird empfohlen, dass im Zuge einer Wartung auch eine Revision durch eine akkreditierte Inspektionsstelle durchgeführt wird. Instandhaltungs- und Revisionsarbeiten werden am besten von geschultem Fachpersonal durchgeführt. Die Prüf- und Kontrollstelle der KFV Sicherheit-Service GmbH ist dabei der ideale Ansprechpartner.

Eine ordnungsgemäße Entsorgung von Rauchgasen rettet im Ernstfall nicht nur Menschenleben, sie schafft bessere Sichtverhältnisse und unterstützt damit die Einsatzkräfte bei Lösch- und Evakuierungsarbeiten. Regelmäßige Revisionsarbeiten sind deshalb unabdingbar.

 

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