Brandschutzanlagen-Vergleich: Funktion und Revisionsintervalle


Wie einzelne Brandschutzanlagen funktionieren und welche technischen Details Sie beachten müssen.
25
Nov
2020

Brandschutzanlagen sind aus dem modernen Brandschutz nicht mehr wegzudenken. Sie alarmieren Einsatzkräfte, helfen bei den Löschmaßnahmen und geben dem geschulten Personal einen schnellen Überblick über die Situation im Gebäude. Doch welche unterschiedlichen Anlagen gibt es, wie funktionieren sie und was muss beachtet werden? Wir haben die wichtigsten Informationen zu Brandschutzanlagen im Vergleich hier für Sie zusammengetragen.

Arten von Brandschutzanlagen

Wie viel Schaden ein Feuer anrichten kann, hängt unter anderem von funktionierenden Brandschutzeinrichtungen ab. Sie können im Ernstfall den entscheidenden Unterschied machen. Um ihre reibungslose Funktionstüchtigkeit sicherzustellen, sind daher Abschlussüberprüfungen und regelmäßige Revisionen vorgeschrieben. Insgesamt unterscheiden wir fünf Arten von Brandschutzanlagen, die getrennt, aber auch gemischt zum Einsatz kommen können.

Wie funktioniert eine Brandmeldeanlage?

Brandmeldeanlagen erkennen einen Brand frühzeitig. Automatische Brandmelder erfassen das Ausmaß des Feuers und wandeln dieses in eine elektrische Größe um. Beim Überschreiten einer definierten Kennzahl wird ein elektrisches Signal an die Brandmeldeanlage weitergeleitet. Dadurch können so rasch wie möglich Brandbekämpfungsmaßnahmen eingeleitet werden. Voraussetzung für ihren Einsatz ist jedoch, dass ein ausgelöster Brandalarm von entsprechend geschultem Personal entgegengenommen werden kann. Somit muss es in den jeweiligen Betrieben auch ausgebildete Brandschutzwarte und Brandschutzbeauftragte geben. Das Revisionsintervall einer Brandmeldeanlage beträgt zwei Jahre.

Was Sie über Wasser- und Schaumlöschanlagen wissen sollten

Wasser- und Schaumlöschanlagen bekämpfen einen Brand bereits in seinem Entstehungsstadium. Ihre Aufgabe ist es, ein Feuer so früh wie möglich zu löschen beziehungsweise so lange unter Kontrolle zu halten, bis das Löschen mit anderen Mitteln durchgeführt werden kann. Sprinkleranlagen entziehen dem Brand durch Kühlung die Energie und unterbinden durch Benetzung des Randbereiches eine Ausbreitung des Feuers. Gleichzeitig verdrängt der entstehende Wasserdampf zusätzlich den für die Verbrennung benötigten Sauerstoff und es kommt zu einer Kühlung von Dachträgern, Türen und Wänden. Wasser- und Schaumlöschanlagen müssen jährlich und nach jeder Verwendung überprüft werden.

So funktionieren Rauch- und Wärmeabzugsanlagen

Neben dem Feuer selbst sind vor allem die bei einem Brand entstehenden Rauchgase eine große Gefahr. Das Einatmen dieser Gase kann für Betroffene schnell tödlich enden. Rauch- und Wärmeabzugsanlagen sollen dieses Risiko minimieren. Sie führen in der Brandentstehungsphase Brandrauch und in der Vollbrandphase Wärme ins Freie ab. So wird über dem Boden eine rauchfreie Zone geschaffen, um

  • eine Sicherung der Fluchtwege zu ermöglichen,
  • den Löschangriff der Feuerwehr umgehend und gezielt zu ermöglichen,
  • das Gebäude, die Ausstattung und den Inhalt zu schützen,
  • Brandrauchschäden und Schäden infolge bestimmter thermischer Zersetzungsprodukte zu minimieren.

Rauch- und Wärmeabzugsanlagen werden entweder durch einen automatischen Rauchmelder oder durch manuelle Betätigung ausgelöst. Um im Brandfall eine schnelle Reaktion zu ermöglichen, muss diese manuelle Auslösung entsprechend gekennzeichnet und für jeden frei zugänglich angebracht sein. Für Rauch- und Wärmeabzugsanlagen gilt ein zweijähriges Revisionsintervall.

Brandschutz mittels Druckbelüftungsanlagen

Druckbelüftungsanlagen sollen ähnlich wie Rauch- und Wärmeabzugsanlagen verhindern, dass sich Rauch auf Fluchtwege ausbreitet. Sie erzeugen mithilfe von Ventilatoren unterschiedliche Druckfelder und Strömungen zwischen einzelnen Räumen. So können Fluchtwege, aber auch besonders schützenswerte Bereiche (z. B. Serverräume) vom Rauch freigehalten werden und Personen sicher ins Freie flüchten. Außerdem wird der Feuerwehr damit ein rauchfreier Angriffsweg ins Gebäude geboten. Wie auch bei Rauch- und Wärmeabzugsanlagen gilt für Druckbelüftungsanlagen ein Revisionsintervall von zwei Jahren.

Gaslöschanlagen und ihre Funktionsweise

Im Gegensatz zu Wasser- und Schaumlöschanlagen, die einen Brand in erster Linie unterdrücken sollen, dienen Gaslöschanlagen tatsächlich dem Löschen eines Brandes. Durch den Einsatz eines gasförmigen Löschmittels wird dem Brand Sauerstoff und/oder Wärme entzogen. Gerade wo der Einsatz von Löschwasser mehr Schaden als Nutzen verursachen kann, kommen Gaslöschanlagen zur Verwendung. Dies gilt beispielsweise bei Lackbränden, aber auch in Serverräumen oder Bibliotheken. Da die verwendeten Gase für Menschen gesundheitsgefährdend sind, müssen Löschbereiche mit einer entsprechenden Alarmierungsvorrichtung versehen sein, die rechtzeitig vor dem Auslösen warnt. Gaslöschanlagen müssen alle zwei Jahre einer Revision unterzogen werden.

Die KFV – Prüf- und Kontrollstelle ist kompetenter Partner im Bereich der Brandverhütung. Für Anfragen zur Anlagenprüfung erreichen Sie uns online, telefonisch unter der Rufnummer 05 77 0 77 8100 oder per Mail unter service@kfv.at! Mehr Details zu den am Markt gängigen Modellen von Brandschutzanlagen finden Sie im kostenlosen E-Learning Modul zu Brandschutzanlagen.

 

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